Was ist die Hölle?

Was ist die Hölle?

English Version below

Was bedeutet das Wort Hölle überhaupt? Ist es wirklich ein Ort voller Pein und Qualen? Ist es ein Ort voller Schwefel und Feuer? Oder ist es einfach nur ein Ort, wo Gott nicht ist?

Ich habe mir über die Definition viele Jahre Gedanken gemacht und habe jetzt eine gute gefunden. Kurz gesagt alle obengenannten Beschreibungen treffen zu, denn ich bin durch all diese Stationen gegangen. Doch wie konnte das passieren? Nimm dir einen Kaffee und mach es dir gemütlich, ich erzähle es dir von Anfang an:

(Trotzdem wird auch diese Geschichte nicht alle Indikatoren der Hölle abdecken, da das Thema noch viel weiter geht, als dass man es mit einem Erlebnis abhandeln kann.)

Seit meines siebten Lebensjahrs war ich ein Außenseiter gewesen und fand nur schwer Anschluss in der Klasse. Ich hatte das Gefühl nur etwas wert zu sein, wenn ich einen großen Freundeskreis besitzen würde. Die wenigen Freunde, die ich hatte, standen auch kaum hinter mir und lieferten mich, wenn es hart auf hart kam an meine Feinde aus. Oft war ich nur der Lückenbüßer und stand ganz hinten in der Nahrungskette. Mir fehlte der Mut Grenzen zu setzen oder ihnen den Rücken zu kehren. Zudem bin ich wie die meisten Menschen nicht mit einem tiefen glauben an Gott groß geworden. Er existierte irgendwo, zwischen „bete mal zu ihm, er wird´s schon lösen“ und „er ist irgendwo da oben und guckt auf dich runter“. Hätte ich damals so eine tiefe Gottesbeziehung wie heute gehabt, wäre mir vieles erspart geblieben. Der erste Weg in die Hölle ist, dass wir Gott nicht kennen und wir uns nicht mit den Augen betrachten, wie er uns betrachtet. Weißt du eigentlich, dass du für ihn das Größte bist, und zwar so wie du jetzt bist? Ja! Auch mit deinen Fehlern und Schwächen!

Ich wusste das nicht und deswegen kannte ich meinen Wert überhaupt nicht. Ich nahm den Maßstab an, den die Gesellschaft vorschrieb, um meinen Wert zu ermitteln.

Was denken meine Eltern bloß von mir? Schämen sie sich für mich? Sie sollen doch stolz auf mich sein! Wahrscheinlich haben sie es satt, sich jeden Tag mein Leid anhören zu müssen. Auch ich konnte die tägliche Schmähung nicht mehr ertragen, also beschloss ich sie mir etwas angenehmer zu machen. In meiner Fantasie hatte ich richtige Freunde, die hinter mir standen und auch war ich mit einigen Jungs befreundet. Wir „erlebten“ einige lustige Sachen und sie „gaben“ mir Rückendeckung, wenn jemand gemein zu mir war. Das erzählte ich auch meiner Mutter, so waren meine Schulberichte nicht ganz so trist. Doch irgendwann reichte das nicht mehr. Einige Mädchen hatten ihren ersten Freund und auch in mir wuchs dieser Wunsch. Doch davon konnte ich wirklich nur träumen, welcher Junge würde sich schon mit einer Außenseiterin blicken lassen wollen? Der Junge, den ich begehrte, gehörte zu den beliebtesten in der Schule. Wenigstens in meiner Fantasie konnte ich ihn haben und das war so schön, dass ich es auf die Wirklichkeit übertrug, indem ich meinen Eltern (und auch nur meinen Eltern) über ihn berichtete. Über die Konsequenzen machte ich mir keine Gedanken. Ich dachte nur daran, wie stolz sie sein müssen, dass sich ausgerechnet der Klassenschwarm für mich „interessierte“ und es erhellte meinen Alltag neben den tristen Geschichten auch ein paar schöne erzählen zu können. Jedoch ging damit der ganze Ärger los. Ich lebte in ständiger Angst, dass die Wahrheit ans Licht kommen würde. Wenn ich Freunde zu besuch hatte, versuchte ich sie von meinen Eltern fernzuhalten. Jedes Mal war ich total gestresst und angespannt. Die größte Panik verspürte ich, wenn Freunde bei uns zum Mittag aßen oder an Familienaktivitäten teilnahmen. Ich musste mich ständig bemühen die Themen so zu lenken, dass das Thema Freund nicht zur Sprache kam. Ich konnte mich kaum noch frei bewegen. Das war sehr kräftezehrend, obendrauf kam das schlechte Gewissen, dass ich eh schon die ganze Zeit verspürte. Das Himmelreich war eh schon für mich passé, denn ich hatte mal gehört, dass Gott jeden der es wagt zu lügen sofort in die Hölle verbannt. Diese Angst peinigte mich noch zusätzlich.

Trotzdem hielt diese Lüge zwei Jahre lang. Natürlich wollte ich immer wieder abspringen, indem ich einfach behaupten würde, dass mit meinem „Freund“ Schluss sei. Nein! Ich konnte ihn nicht so einfach gehen lassen, ich brauchte ihn doch, sonst würde mich die grausame Realität in tausend Trümmer zerschlagen. Aber irgendwann kennt auch die Wahrheit keine Gnade mehr. Auch wenn sie sich lange verdecken lässt, will sie irgendwann ans Licht kommen und so tut sie, was sie tun muss: Sie bahnt sich ihren weg, egal wie.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag. Es war einer dieser Tage, wo man am liebsten im Bett geblieben wäre. Ich hatte meine Hausaufgaben vergessen und einen Anschiss von der Lehrerin kassiert, die Mathearbeit war auch ein Desaster und meine Feinde hatten mich mal wieder zum Gespött der Klasse gemacht. Schweren Schrittes trat ich den Heimweg an und war froh endlich zuhause zu sein. Nur kurz Mittag essen und dann erstmal eine Runde Musik hören und träumen.

„Hallo Mama!“, begrüßte ich meine Mutter und zog meine Schuhe aus.

„Michaela?! Ich habe das Gefühl, dass du mich die ganze Zeit anlügst“, sagte sie.

Panik! Nackte Panik. Alles schnürte sich in mir zusammen. Was sollte ich darauf erwidern?

„Du hast gar kein Freund“, sagte sie ruhig.

Zack! Das ganze Kartenhaus viel in sich zusammen. Meine Existenz war mit einem Schlag zerstört worden. Es schmerzte so sehr, so als ob sie mir mit der bloßen Hand das Herz rausgerissen hatte.

Kaum fähig zu Atmen überlegte ich, was sie als nächstes tun würde. Wird sie mir erbitterte Vorwürfe machen? Mich gar verstoßen? Mich hassen? Ich nahm meine letzte Kraft zusammen und wappnete mich. Jedoch tat sie nichts dergleichen, sie kam auf mich zu und umarmte mich. Es beschämte mich und widerte mich so an. Alles andere wäre mir lieber gewesen, aber nicht das! Ich wollte mich losreißen und flüchten. Doch sie zog mich zurück und drückte mich an sich. Ich schrie auf, so als ob ich einen Peitschenhieb erhalten hatte. Ihre Liebe brannte in mir wie Feuer, es tat so höllisch weh. Es war einfach nur ekelig. Und auch jeder Heilungsschritt aus meiner Vergangenheit ist mit höllischen Schmerzen gepflastert. Irgendwann verblassen die Schmerzen und man entdeckt wieder die schönen Momente im Leben, aber es dauert verdammt lange…

Gott würde niemals irgendjemand in die Hölle schmeißen und die Himmelspforten verschließen. Er hat mir dieses Zeugnis aufs Herz gelegt, um euch zu zeigen, dass das Paradies die Hölle sein wird, wenn ihr seine Liebe, die in Jesus verankert ist, nicht annehmen könnt, weil sie euch beschämt. Und das wird euch genauso verbrennen, wie es mich verbrannt hat.

What does the word hell really mean? Is it really a place full of pain and sorrow? Is it a place full of brimstone and fire? Or is it simply a place where God is nowhere?

I have thought about the definition for many years and have now found a good one. In short, all the above descriptions apply, because I have gone through all these stations. But how could this happen? Grab a coffee and get comfortable, I’ll tell you from the beginning:

(Nevertheless, even this story will not cover all the indicators of hell, as the subject goes much further than can be covered in one experience).

Since I was seven years old, I had been an outsider and found it difficult to socialize in class. I felt I was only worth something if I had a large circle of friends. The few friends I had also seldom stood behind me and, when the going got tough, would hand me over to my enemies. Often I was just the rebound guy and was at the bottom of the food chain. I didn’t have the courage to set boundaries or turn my back on them. In addition, like most people, I did not grow up with a deep belief in God. He existed somewhere between „pray to him, he’ll solve it“ and „he’s up there somewhere looking down on you“. If I had such a deep relationship with God back then as I have today, I would have been saved for a lot of things. The first way into hell is that we don’t know God and we don’t look at ourselves with the eyes as he looks at us. Do you actually know that you are the greatest thing to him, just as you are now? Yes! Even with your faults and weaknesses!

I didn’t know that and that’s why I didn’t know my value at all. I took the standard that society prescribed to determine my worth.

What do my parents think of me? Are they ashamed of me? They should be proud of me! They are probably tired of listening to my suffering every day. I couldn’t take the daily bashing anymore either, so I decided to make it a little more pleasant for myself. In my fantasy, I had real friends standing behind me and I was also friends with some boys. We „experienced“ some funny things and they „backed me up“ when someone was mean to me. I told my mother that too, so my school reports weren’t quite so dismal. But at some time this was not enough anymore. Some girls had their first boyfriend and this desire grew in me as well. But I could really only dream of that, which boy would want to be seen with an outsider? The boy I desired was one of the most popular at school. At least in my imagination I could have him and that was so nice that I transferred it to reality by telling my parents (and only my parents) about him. I didn’t worry about the consequences. I just thought about how proud they must be that the class crush, of all people, was „interested“ in me and it brightened up my everyday life to be able to tell a few nice stories in addition to the dismal ones. However, that’s when all the trouble started. I lived in constant fear that the truth would come to light. When friends visited me, I tried to keep them away from my parents. Every time, I was totally stressed and tense. I felt the most panic when friends were having lunch with us or participating in family activities. I had to constantly try to control the topics so that the boyfriend issue didn’t come up. I could hardly move freely. That was very exhausting, and on top of that came the guilty conscience that I already felt the whole time. The kingdom of heaven was already over for me, because I had once heard that God would immediately banish anyone to hell, who is dared to lie. This fear pained me even more.

Nevertheless, this lie kept me going for two years. Of course, I wanted to break out all the time by simply claiming that it was over with my „boyfriend“. No! I couldn’t let him go so easily, I needed him after all, otherwise the cruel reality would smash me into a thousand pieces. But at some point, even the truth has no mercy. Even if it lets itself be covered for a long time, it wants to come to light at some point and so it does what it has to do: it makes its way, no matter how.

I remember that day very well. It was one of those days when I would have preferred to stay in bed. I had forgotten my homework and got a warning from the teacher, the math test was also a disaster and my enemies had once again made me the laughing stock of the class. With heavy feet I started on my way at home and was glad to finally be at home. Just a quick lunch and then a round of listening to music and dreaming.

„Hi Mom!“, I greeted my mother and took off my shoes.
„Michaela?! I feel like you’re lying to me all the time,“ she said.
Panic! Naked panic. Everything was constricting inside me. What was I supposed to say to that?
„You don’t have a boyfriend at all,“ she said calmly.
Wham! The whole house of cards collapsed. My existence had been destroyed in one single punch. It hurt so much, as if she had ripped my heart out with her bare hand.
Barely able to breathe, I thought about what she would do next. Will she harshly reproach me? Even disown me? Hate me? I gathered my last strength and steeled myself. However, she did nothing of the type, she came up to me and embraced me. It shamed me and disgusted me so much. I would have preferred anything else, but not that! I wanted to break away and escape. But she pulled me back and hugged me. I cried out as if I had received a whip lash. Her love burned inside me like fire, it hurt like hell. It was just disgusting. And every healing step from my past is also paved with hellish pain. Eventually the pain fades and you get back to discovering the beautiful moments in life, but it takes a long time….

God would never throw anyone into hell and close the gates of heaven. He put this testimony on my heart to show you that paradise will be hell if you can’t accept his love, which is anchored in Jesus, because it puts you to shame. And this will burn you just as it burned me.

Bild von Canva entnommen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert