Lavaerde als natürliche Haarwäsche

HELFENDE ENGEL


Der helfende Engel – Lavaerde als natürliche Haarwäsche

Von Michaya Angel · 9. September 2020 · ca. 10 Min. Lesezeit


Sanft reinigen.
Pflege reduzieren.
Natürlich ausprobieren.


Darum geht es in diesem Text

  • Lavaerde
  • natürliche Haarwäsche
  • empfindliche Kopfhaut
  • Rhassoul
  • Ghassoul
  • Shampoo-Alternative
  • saure Rinse
  • minimalistische Haarpflege
  • weniger Zusatzstoffe

nachdem ich dir bereits meine Haarwäsche mit Roggenmehl vorgestellt habe, möchte ich dir heute eine zweite natürliche Alternative zu klassischem Shampoo zeigen:

Lavaerde.

Auch sie konnte mich überzeugen – und in manchen Punkten finde ich ihre Anwendung sogar unkomplizierter als Roggenmehl.
Besonders mag ich das schlichte Prinzip:

Pulver.
Wasser.

Mehr braucht es zunächst nicht.

Wenn du empfindliche Kopfhaut hast, möglichst wenige Pflegeprodukte verwenden möchtest oder einfach neugierig auf eine etwas andere Form der Haarwäsche bist, könnte Lavaerde deshalb interessant für dich sein.

Aber was steckt eigentlich dahinter?


Was ist Lavaerde überhaupt?

Der Name führt zunächst ein wenig in die Irre. Lavaerde hat nämlich nichts mit vulkanischer Lava zu tun.
Sie wird auch Rhassoul oder Ghassoul genannt und besteht aus natürlichen Tonmineralien.

Ihre traditionelle Verwendung hat vor allem in Nordafrika eine lange Geschichte.
Sie wurde dort bereits seit Jahrhunderten zur Reinigung von Haut und Haaren verwendet.

Der Begriff „Lavaerde“ wird mit dem Wort lavare – waschen in Verbindung gebracht.

Das Pulver wird mit Wasser vermischt und quillt dabei zu einer weichen, leicht gelartigen Masse auf.
Und genau diese Paste benutzt man anschließend zur Reinigung.


Wie reinigt Lavaerde ohne Shampoo?

Das finde ich an Lavaerde besonders toll. Sie braucht keine klassische Schaumbildung,
um Haare sauber zu bekommen.

Die feinen Tonpartikel können überschüssiges Fett und Schmutz an ihrer Oberfläche binden.
Beim Ausspülen werden diese zusammen mit der Erde entfernt.

Die Reinigung funktioniert also anders als bei einem klassischen Shampoo.

Das bedeutet auch:
Kein Schaum heißt nicht automatisch keine Reinigung.

Was ich an Lavaerde besonders mag


  • wenige Zutaten
  • keine klassische Schaumbildung nötig
  • Fett und Schmutz werden physikalisch gebunden
  • für Haare und Körper verwendbar
  • einfach anzurühren
  • lässt sich bei mir besonders leicht ausspülen


Für mich ist Lavaerde vor allem dann schön, wenn ich meine Pflegeroutine möglichst schlicht halten möchte.

Was steckt in Lavaerde?

Als natürliche Tonerde enthält Lavaerde verschiedene Mineralbestandteile.

Dazu gehören unter anderem:

Silizium, Magnesium, Calcium, Natrium, Eisen und Kalium

Der besondere Vorteil der Lavaerde liegt für mich aber in ihrer einfachen und milden Art der Reinigung.

Lavaerde und empfindliche Kopfhaut

Gerade bei empfindlicher Kopfhaut finde ich minimalistische Produkte interessant.
Je weniger zusätzliche Duftstoffe und Pflegekomponenten enthalten sind,
desto leichter lässt sich manchmal einschätzen, was die eigene Haut eigentlich verträgt.

Bei mir fühlt sich die Kopfhaut nach der Lavaerde angenehm sauber an und ich mag, dass sie nicht dieses stark
entfettete Gefühl hinterlässt, das ich von manchen Shampoos kenne.

Natürlich reagiert jede Kopfhaut anders.

Wenn deine Kopfhaut stark entzündet ist, nässt, schmerzt oder dauerhaft juckt, würde ich nicht einfach weiter mit verschiedenen Hausmitteln experimentieren, sondern die Ursache abklären lassen.


Kann Lavaerde auch als Duschgel verwendet werden?

Ja, ich verwende sie gelegentlich auch für den Körper. Natürlich fühlt sich die Anwendung anders an
als ein schäumendes Duschgel.

Du verteilst die angerührte Erde auf der feuchten Haut und spülst sie anschließend wieder gründlich ab.

Ich persönlich empfinde meine Haut danach als sauber und angenehm.
Ein auffälliger Eigengeruch bleibt bei mir ebenfalls nicht zurück.

Gerade diese schlichte Anwendung hat für mich etwas von einem kleinen Wellnessritual.
Nur eben ohne zehn verschiedene Fläschchen im Badezimmer.


Lavaerde-Shampoo – so mache ich es

Für meine Kopfhaut reichen ungefähr:

Zutaten

2 EL Lavaerde
etwas lauwarmes Wasser

Wenn du sehr dichtes oder langes Haar hast oder die Mischung zusätzlich für den Körper verwenden möchtest,
kannst du entsprechend mehr anrühren.

Zubereitung

1. Lavaerde in eine Schüssel geben

Gib ungefähr zwei Esslöffel Lavaerde in eine kleine Keramik- oder Glasschüssel.

2. Wasser langsam hinzufügen

Gib nicht sofort zu viel Wasser dazu.

Ich füge lieber nach und nach kleine Mengen hinzu und verrühre die Mischung zwischendurch.

3. Die richtige Konsistenz finden

Am Ende sollte eine cremige bis leicht gelartige Paste entstehen.

Sie sollte sich gut auf der Kopfhaut verteilen lassen, ohne zu flüssig zu sein.

Anwendung

  • Befeuchte deine Haare und deine Kopfhaut gründlich.
  • Verteile anschließend die Lavaerde auf dem Ansatz.
  • Ich konzentriere mich hauptsächlich auf meine Kopfhaut und massiere die Mischung dort sanft ein.
  • Die Haarlängen bearbeite ich nicht stark.
  • Lass die Lavaerde kurz einwirken.
  • Danach sehr gründlich mit lauwarmem Wasser ausspülen.

Und genau hier liegt für mich einer ihrer größten Vorteile:
Ich bekomme Lavaerde wesentlich leichter aus meinen Haaren als Roggenvollkornmehl.



Roggenmehl oder Lavaerde


Roggenmehl

günstig · sehr ergiebig · etwas aufwendiger beim Ausspülen


Lavaerde

teurer · sehr unkompliziert anzurühren · lässt sich bei mir leichter auswaschen

Für mich funktionieren beide Methoden.
Welche besser ist, hängt deshalb vor allem davon ab, was dir persönlich wichtiger ist.


Der größte Nachteil: der Preis

So gern ich Lavaerde benutze:

Sie ist deutlich teurer als eine Packung Roggenvollkornmehl.
Besonders wenn du damit nicht nur die Kopfhaut, sondern regelmäßig den ganzen Körper reinigen möchtest,
kann eine Packung relativ schnell leer werden.

Nur für die Haarwäsche ist sie dagegen recht ergiebig. Deshalb ist Lavaerde für mich eher etwas,
das ich mir zwischendurch gönne.

Ich benutze sie besonders gern in Phasen, in denen ich meine Pflege bewusst reduzieren und alles ein bisschen schlichter halten möchte.


Welche Lavaerde verwende ich?

Ich habe unterschiedliche Produkte ausprobiert.

Mit der klassischen braunen Lavaerde von Logona habe ich persönlich gute Erfahrungen gemacht.
Sie lässt sich für mich leicht anrühren und wieder auswaschen.

Ich habe außerdem weiße Lavaerde getestet.
Weiße Lavaerde enthält vor allem Kaolin und wird häufig als besonders feine,
milde Variante angeboten.

Bei meinen Haaren war das Ergebnis allerdings nicht ideal. Mein Ansatz fühlte sich teilweise noch
fettig an und die Haare wirkten für mich etwas klebrig.

Eine Mischung aus:

½ weißer Lavaerde
½ brauner Lavaerde

hat bei mir besser funktioniert.

Da die weiße Variante für meinen Geschmack aber deutlich weniger praktisch war, bleibe ich meistens bei der klassischen braunen Lavaerde.
Das ist allerdings meine persönliche Erfahrung – andere Haare können völlig anders darauf reagieren.

Warum ich anschließend eine saure Rinse verwende

Nach der Haarwäsche verwende ich gern eine saure Rinse. Sie besteht normalerweise nur aus Wasser
und einer kleinen Menge Essig oder einer anderen milden Säure.

Gerade bei härterem Leitungswasser können sich Mineralien auf Haaroberflächen ablagern. Studien zu hartem Wasser und Haaren kommen zwar nicht in allen Punkten zu denselben Ergebnissen, zeigen aber, dass Mineralablagerungen durchaus messbar sein können.

Außerdem kann ein niedrigerer pH-Wert die Haaroberfläche günstig beeinflussen und unter anderem die Reibung zwischen den Haarfasern reduzieren.

Ich mag die Rinse vor allem deshalb, weil sich meine Haare danach:

  • glatter,
  • weicher
  • und leichter kämmbar

anfühlen.


Saure Rinse – mein Rezept

Zutaten

1 Liter kühles oder lauwarmes Wasser
1–2 EL Apfelessig

Mehr braucht es nicht.

Anwendung

  1. Fülle vor der Haarwäsche ungefähr einen Liter Wasser in eine Flasche oder einen Krug.
  2. Gib ein bis zwei Esslöffel Apfelessig dazu.
  3. Wasche deine Haare wie gewohnt mit Lavaerde.
  4. Gieße die saure Rinse langsam über Kopfhaut und Haarlängen.
  5. Ich lasse sie anschließend im Haar und spüle sie nicht noch einmal mit Wasser aus.

Der Essiggeruch verfliegt bei mir beim Trocknen.


Welche Alternativen gibt es zu Apfelessig?

Du kannst eine saure Rinse grundsätzlich auch mit anderen milden Säuren herstellen.

Zum Beispiel:

verdünntem Zitronensaft oder einer sehr kleinen Menge Zitronensäure.

Hier würde ich allerdings eher vorsichtig dosieren.
Stärker sauer bedeutet nicht automatisch besser.

Gerade bei empfindlicher Kopfhaut kann eine zu stark angesäuerte Mischung unangenehm werden.


Und bei gefärbtem Haar?

Bei chemisch gefärbtem Haar würde ich mit selbst gemischten sauren Rinsen generell etwas vorsichtiger sein.
Wie eine Haarfarbe darauf reagiert, hängt von Färbung, Haarstruktur und Konzentration der Mischung ab.

Einige empfehlen Balsamico-Essig, aber ich würde es vorher auf einer colorierten Strähne testen.
Ansonsten verwende eine speziell für coloriertes Haar geeignete Pflege.

Bei Pflanzenhaarfarbe hat die saure Rinse bei mir gut funktioniert, aber auch hier würde ich zunächst vorsichtig testen.


Muss ich überhaupt eine saure Rinse machen?

Nein. Wenn deine Haare nach der Lavaerde bereits gut aussehen und sich angenehm anfühlen,
kannst du sie auch einfach weglassen.

Für mich ist sie ein schöner zusätzlicher Schritt.
Aber kein Muss.

Das gefällt mir an dieser Art der Haarpflege ohnehin besonders:
Du kannst sie so schlicht halten, wie du möchtest.


Lavaerde oder Roggenmehl – was ist besser?

Ich würde keines von beiden zum Sieger erklären.

Roggenmehl ist für mich:
günstiger und unglaublich ergiebig.

Lavaerde ist für mich:
bequemer anzurühren und leichter auszuspülen.

Deshalb verwende ich beides je nach Lust und Situation. Wenn du gerade erst mit alternativer Haarwäsche beginnst,
kannst du einfach ausprobieren, womit deine Kopfhaut besser zurechtkommt.

Denn genau darauf kommt es letztlich an. Nicht darauf, welches Hausmittel im
Internet gerade als das „beste“ bezeichnet wird.

Sondern darauf:
Was funktioniert für deine Haare?


Mein Fazit

Lavaerde gehört für mich zu diesen wunderbar einfachen Pflegeprodukten.

Ein natürliches Tonmineral.
Etwas Wasser.
Eine Schale.

Und daraus entsteht eine Haarwäsche, die bei mir erstaunlich gut funktioniert.

Besonders mag ich, dass die Anwendung so unkompliziert ist und ich nur sehr wenige Zutaten brauche.
Roggenmehl bleibt für mich die günstigere Alternative. Aber wenn ich mir eine besonders schlichte und
angenehme Haarwäsche gönnen möchte, greife ich gerne zur Lavaerde.

Und genau deshalb gehört auch sie für mich in die Reihe meiner kleinen helfenden Engel.

Manchmal braucht gute Pflege nicht mehr Zutaten – sondern weniger.

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