Ist die Geschichte des Lazarus und des reichen Mannes eine Bestätigung für die ewige Verdammnis in die Hölle?

Ist die Geschichte des Lazarus und des reichen Mannes eine Bestätigung für die ewige Verdammnis in die Hölle?

English version below

Die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus wird von den Anhängern der Himmel und Hölle Lehre gerne als Argument für ewige Höllenqualen missbraucht. Sie steht im Lukas-Evangelium und ist das ultimative Argument dafür, dass Jesus über die Hölle gepredigt hat. Er soll damit das Totenreich beschrieben haben. Dort werden die einen gerettet und die anderen für immer von Gott getrennt sein. Die Strafe dafür werden ewige Qualen sein. Die Lehre von Himmel und Hölle war mir schon immer suspekt und so recherchierte ich in der Bibel und im Internet, ob das wirklich stimmen kann. Bei der Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann war auch ich der Verzweiflung nahe. Wie konnte ich die Hölle biblisch widerlegen, wenn hier doch eindeutig von Flammen und Schmerzen die Rede war?

„Da war ein gewisser reicher Mann, der sich in Purpur und Batist kleidete und prunkvoll Tag für Tag in Fröhlichkeit dahinlebte. Und da war ein gewisser Armer mit Namen Lazarus, der mit Eiterbeulen vor dessen Torhalle darniederlag und nur begehrte, sich von den Abfällen zu sättigen, die vom Tisch des Reichen fielen. Es kamen jedoch die streunenden Hunde und leckten seine Eiterbeulen.

Dann geschah es, dass der Arme starb und von Boten fortgebracht wurde – in Abrahams Schoß. Aber auch der Reiche starb und wurde begraben. Als er im Ungewahrten in Qualen war und seine Augen aufhob, sah er Abraham von ferne und Lazarus in dessen Schoß. 

Da rief er: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers in Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Schmerzen in dieser Flamme. 

Aber Abraham antwortete: Kind, erinnere dich daran, dass du dein Gutes während deines Lebens erhieltest und Lazarus gleicherweise das Üble; nun aber wird ihm hier zugesprochen, während du Schmerzen leidest. Zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine grosse Kluft festgelegt, damit die, die von hier zu euch hinüberschreiten wollen, es nicht können, auch nicht die, die von dort zu uns herüberfahren möchten.“

Lk 16,19-31 (Konkordantes Neues Testament KNT)

Erst durch eine Internetrecherche fand ich einen Beitrag eines Theologen, der mir zeigte, dass die Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann nichts mit einer ewigen Höllenqual zu tun hat. Um zu begreifen, worum es wirklich geht, müssen wir den ganzen Kontext verstehen. Wenn wir das tun, merken wir schnell, dass Jesus hier weder vom Totenreich noch von der Hölle spricht. Er wollte etwas ganz anderes bezwecken. In diesem Beitrag möchte ich euch gerne weitergeben, was im Text des Theologen stand.

Warum erzählte Jesus die Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann?

Es ist wichtig zu verstehen, dass Jesus´ Predigten nur für Israel bestimmt waren (Matthäus 15, 24-27). Das heißt, er erzählte seinen Zuhörern nur Dinge, die ihnen bekannt waren. Die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus beruht auf einer rabbinischen Tradition, war also in Israel bekannt. Es ist eine außerbiblische Geschichte, warum sie nicht in die Bibel aufgenommen wurde, ist nicht bekannt. Es wäre auf jeden Fall sinnvoll gewesen, um die Bibel und ihren Kontext besser zu verstehen. 

Jesus predigte keine Lehre von Himmel und Hölle, das würde das gesamte biblische Zeugnis durcheinander bringen. Kein biblischer Prophet hat je von der Hölle gepredigt. Sie haben vom Reich Gottes gesprochen, das hier auf Erden errichtet werden soll, mehr dazu hier. Jesus bezieht sich in seinen Predigten immer wieder auf die Propheten des Alten Testaments und fordert auf diesen zu glauben. Er sagt sogar, er sei nicht gekommen, um das Gesetz zu ändern (Mt 5,17). Warum finden wir dann nichts über ewige Höllenqualen? Wie man es auch dreht und wendet, diese Geschichte ist kein Zeugnis über die Hölle. Es gibt in der ganzen Bibel keine Parallelstellen, auf die sich Jesus bezieht. Weder für die einzelnen Aussagen noch für die ganze Geschichte.

Aus dem Kontext geht hervor, dass es sich um ein Gleichnis in fünf Teilen handelt. Das Gleichnis in fünf Teilen ist eine große Rede von Jesus und darf nicht auseinandergerissen werden. Alles gehört zusammen. Jesus beginnt das Gleichnis mit den Worten:

„Es pflegten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder zu nahen, um ihn zu hören. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder an und ißt mit ihnen! Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach: Welcher Mensch unter euch…“
Lk 15,1-3

Was folgt, ist nicht nur ein Gleichnis, sondern eine ganze Reihe, die die Zuhörergruppen direkt ansprechen soll. Darum wird diese Predigt auch als fünfteiliges Gleichnis verstanden:

1. das Gleichnis des Hirten und dem verlorenen Schaf (Lk 15,3-7)

2. das Gleichnis der Witwe und der verlorenen Drachme (Lk 15,8-10)

3. das Gleichnis des Vaters und dem verlorenen Sohn (Lk 15,11-32)

4. das Gleichnis des reichen Mannes und seinem Haushalter (Lk 16,1-9)

5. das Gleichnis des reichen Mannes und Lazarus (Lk 16,19-31)

Die ersten drei Gleichnisse  sind für die  Zöllner und Sünder  bestimmt. Sie sind drei Dinge, die verloren gegangen sind, und alle wieder gefunden wurden. Es soll ihnen zeigen, wie Gott sich freut, wenn sie den Weg zu Ihm zurückfinden. 

In den letzten beiden Gleichnissen geht es um die Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie sind der Hausverwalter im vorletzten Gleichnis und der Reiche im Gleichnis von Lazarus. Die Lehrer Israels sind in vielem reich und ihnen wird viel anvertraut, aber sie haben sich nicht um ihre Aufgabe gekümmert. So haben sie selbst die Worte Jesu verstanden (Lk 16,14).

Diese beiden Zielgruppen werden in den Gleichnissen dargestellt. Im Gleichnis von Lazarus und dem reichen Mann reichen Mann greift Jesus etwas auf, was ihnen vertraut war.

Wie erkennt man ein Gleichnis?

Das Wort Gleichnis wird in dieser Rede nur einmal verwendet, aber wenn wir die anderen fünf Geschichten genauer ansehen, können wir erkennen, dass auch sie Gleichnisse sind. Die Anfänge ähneln sich. Das Gleichnis des reichen Mannes und dem armen Lazarus beginnt wie folgt:

„Es war aber ein reicher Mann…“ (Lk 16,19). Das liest sich wie der Anfang eines typischen Märchens.

Ähnliche Anfänge anderer Gleichnisse finden wir in Lk 16,1 („Es war ein reicher Mann“), Lk 15,11 („Ein Mensch hatte zwei Söhne“) oder in Lk 14,16 („Ein Mensch machte ein großes Mahl“), und die ersten beiden Gleichnisse sprechen von „Welcher Mann unter euch“ (Lk 15,4) und „Welche Frau“ (Lk 15,8).

Es ist eine bildliche Erzählung, die eine besondere Bedeutung haben soll. Die Bibel selbst bestätigt, dass Jesus nur in Gleichnissen zu den Menschen sprach (Mt 13,34-35) „Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, damit erfüllt wurde, was durch den Propheten geredet ist, der spricht: »Ich werde meinen Mund öffnen in Gleichnissen; ich werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war.« (Mt 13,35). Warum sollte es in dieser Predigt anders sein?

Ein Gleichnis hat doch einen wahren Kern, oder?

Egal ob Gleichnis, Geschichte oder Märchen, alle haben einen wahren Kern. Sonst wären sie nicht entstanden. Aber die Frage sollte immer lauten, was der Sinn dieser Geschichte ist. Gleichnisse beziehen sich immer auf reelle Dinge. Eine Wahrheit wird zitiert, um eine andere Wahrheit zu erklären, aber das Gleichnis wird dem Zweck der Erzählung angepasst. Das Thema, um das es geht, steht im Mittelpunkt, nicht der bildliche Teil des Gleichnisses, der nur einen bestimmten Aspekt des eigentlichen Anliegens verdeutlichen soll. 

Beispiel:

Im Gleichnis vom Hirten und den hundert Schafen geht es darum, dass Gott sich über jede verlorene Seele freut, die zu ihm zurückfindet. Es geht nicht um einen bestimmten Hirten, der hundert Schafe hatte und eines verloren hatte. Aber jeder Mensch versteht, wie sehr sich ein Hirte freut, wenn er ein verlorenes Schaf wiederfindet. Ein Gleichnis ist kein Bericht, sondern dient dazu, den Kern einer Aussage zu unterstreichen.

Der Bezug zur Wahrheit ist vorhanden, aber die Verwendung im Gleichnis ist dem Zweck des Themas angepasst. Dies ist der Fall beim reichen Mann und Lazarus.

Ein Gleichnis kann auch über erfundene Dinge sprechen. Zum Beispiel erzählt das Gleichnis von Jotam in Richter 9 von sprechenden Bäumen (Ri 9,7-15). Das Gleichnis ist ausdrucksstark, aber es ist keine korrekte Information über das Pflanzenreich, sondern es sollte den Menschen die Augen über ihren König Abimelech öffnen. Ebenso ist das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus keine Lehre über das Totenreich. Der Inhalt dient einem ganz anderen Zweck, der sich unmittelbar aus dem Kontext ergibt. Es ist eine Geschichte, die die Rabbiner über sich selbst erzählen. Sie glauben, reich zu sein, weil sie Kinder Abrahams sind. Jesus dreht ihre Geschichte um, indem er sagt, dass die Verlorenen in Abrahams Schoß sitzen und die Selbstgerechten nicht. Übersetzt heißt das: Gott nimmt sich der Verlorenen an und erhebt sie, aber er erniedrigt die Selbstgerechten, deren Aufgabe es gewesen wäre, sich der Verlorenen anzunehmen. Denn ihre Überheblichkeit und Arroganz tragen eine große Mitschuld am Leiden der Verlorenen. Dieses Phänomen können wir leider auch heute noch beobachten …

Jesus kritisiert in seinen Predigten oft die Missstände, die durch die Rabbiner in Israel herrschen:

„Da redete Jesus zu der Volksmenge und zu seinen Jüngern und sprach: Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr halten sollt, das haltet und tut; aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. Sie binden nämlich schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie aber wollen sie nicht mit einem Finger anrühren. Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß, und sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und die ersten Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten, und wenn sie von den Leuten »Rabbi, Rabbi« genannt werden. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder. Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließt! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hineinwollen, die lässt ihr nicht hinein. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Häuser der Witwen frisst und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen!

Mt 23,1

„Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.“ (Mt 6,5).

Die Geschichte des reichen Mannes und Lazarus ist ein Gleichnis. Wäre sie eine Erzählung aus dem Totenreich, wäre einiges sehr widersprüchlich und würde gegen die Gerechtigkeit Gottes sprechen. Wenn wir sie wörtlich nehmen, dann kommt der Reiche nur deshalb in die Flammen, weil er reich war, und Lazarus nur deshalb in Abrahams Schoß, weil er arm war: 

„Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt.
(Lk 16,25).

Es widerspräche sogar den selbstauferlegten Regeln einer Himmel- und Höllenlehre, die nur selektiv nach Glauben oder Unglauben urteilt. Dennoch muss auch dieses Gleichnis einen wahren Kern haben, auf den Jesus hinweist. Die Frage ist also: Worauf bezieht sich Jesus?

  • Der Kontext zeigt uns, dass Jesus zu Zöllnern, Sündern und Pharisäern sprach. (Lk 15,1-2; Lk 16,1)
  • Das Gleichnis von Lazarus und dem alten Mann ist eine Antwort auf das Murren der Pharisäer und Schriftgelehrten (Lk 15,2)
  • Es folgt die Bemerkung Jesus, dass sie sich selbst rechtfertigen, und er erzählt das Gleichnis von Lazarus und dem reichen Mann (Lk 16,14-15)

Was war der Zweck des Gleichnisses?

Jesus wollte den Israeliten die Rettung der verlorenen Schafe verkünden, die als «Zöllner und Sünder» zu ihm gekommen waren, „um ihn zu hören“. Lk 15,1-7

 Es ist der Dienst Jesu auf Erden, vor dem Kreuz, an den verlorenen Schafen des Hauses Israel, um die Verheißungen an Israel zu bestätigen Joh 10,3. Es soll den Pharisäern und Schriftgelehrten zeigen, dass ihr Hochmut nicht belohnt wird.

Aber in Lukas 16,23 wird das Wort Hölle doch buchstäblich erwähnt

Das griechische Wort für das Totenreich oder Jenseits ist „Hades“. Luther hat es mit Hölle übersetzt. Die Elberfelder verwendet an dieser Stelle „Hades“ und die Schlachter 2000 nutzt hier „Totenreich“. Das konkordante Neue Testament (diese Bibel ist dem Grundtext am nächsten) verwendet das Wort „im Ungewahrten“.

Das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus ist eine Geschichte aus der Tradition der Pharisäer. Sie haben sich auf „Moses‘ Stuhl“ gesetzt und haben sich die besten Plätze gegeben. Sie sahen sich aufgrund ihres Status „in Abrahams Schoß“ und überließen alle anderen Menschen (wie Lazarus) ihrem schweren Schicksal, obwohl sie ihnen hätten helfen können. Jesus dreht diese Geschichte einfach um. An anderer Stelle sagt er: „Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr! Denn Johannes ist zu euch gekommen mit dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm“ (Mt 21,31-32).

Teile dieser rabbinischen Geschichte, wie Jesus sie in Lukas 16 zitiert, finden sich in der Abhandlung von Flavius Josephus ( ein jüdisch-hellenistischer Historiker). Er behandelt die jüdische Vorstellung von der Totenwelt (griechisch Hades). Aus seiner Abhandlung geht hervor, dass es sich um eine rabbinische Geschichte handelt. Sie beeinflusste die Lebenseinstellung und die Selbsteinschätzung der Pharisäer. 

„Die nicht von der Not gezwungen werden, sondern sich stets an der Aussicht auf das Gute erfreuen, das sie sehen, und sich in der Erwartung jener neuen Freuden freuen, die einem jeden von ihnen eigen sein werden, und die wir über das hinaus schätzen, was wir hier haben; Bei ihnen gibt es keinen Ort der Mühsal, keine brennende Hitze, keine schneidende Kälte, noch gibt es dort irgendwelche Dornen; sondern das Antlitz der Väter und der Gerechten, das sie sehen, lächelt ihnen immer zu, während sie auf die Ruhe und das ewige neue Leben im Himmel warten, das auf diese Region folgen soll. Diesen Ort nennen wir den Schoß Abrahams.“

Auszug aus dem Traktat von Flavius Josephus dritter Punkt der Aufzählung

Aber alles, was dort erwähnt wird, steht nicht in der Bibel oder wird von den Propheten überliefert. Im Alten Testament gibt es keine Berichte über das Totenreich, niemand weiß wirklich, wie es dort ist, denn es herrscht Stille(Ps 31,18, Jes 38,18-19). Es sind fantasievolle Erzählungen, die sich in der Tradition der Schriftgelehrten fanden. Jesus bezieht sich auf die Selbstvorstellungen der Schriftgelehrten und Pharisäer, nicht auf das Totenreich.

Eine Lehre über eine ewige Hölle lässt sich aus dieser Geschichte also nicht ableiten. Wörtlich interpretiert geht es in dieser Geschichte nicht um ein „Leben durch Glauben“, denn Glaube ist in der Geschichte kein Thema. Es reicht völlig aus, „reich zu sein“, um verdammt zu werden, oder „arm zu sein“, um in Abrahams Schoß zu landen. Mit dem Evangelium der Gnade, aus dem wir heute schöpfen dürfen, hat die Geschichte nichts zu tun. Wirklich verständlich ist sie nur aus dem unmittelbaren Kontext heraus. Jesus hat seine Zuhörer sehr direkt auf Missstände und ihre Selbstgerechtigkeit angesprochen.

Is the story of Lazarus and the rich man a confirmation of eternal damnation to hell?

The story of the rich man and Lazarus is often misused by supporters of the heaven and hell teaching as an argument for eternal torment in hell. It is found in the Gospel of Luke and is the ultimate argument for Jesus preaching about hell. He is said to have used it to describe the realm of the dead. There, some will be saved and others will be separated from God forever. The punishment for this will be eternal torment. I have always been suspicious of the teaching of heaven and hell, so I did some research in the Bible and on the Internet to find out whether this could really be true. When I heard the story of Lazarus and the rich man, I too was close to despair. How could I refute hell from a biblical perspective when it clearly spoke of flames and pain?

„There was a certain rich man, which was clothed in purple and fine linen, and fared sumptuously every day: And there was a certain beggar named Lazarus, which was laid at his gate, full of sores,
And desiring to be fed with the crumbs which fell from the rich man’s table: moreover the dogs came and licked his sores.“There was a certain rich man, which was clothed in purple and fine linen, and fared sumptuously every day: And there was a certain beggar named Lazarus, which was laid at his gate, full of sores, and desiring to be fed with the crumbs which fell from the rich man’s table: moreover the dogs came and licked his sores.


And it came to pass, that the beggar died, and was carried by the angels into Abraham’s bosom: the rich man also died, and was buried; and in hell he lift up his eyes, being in torments, and seeth Abraham afar off, and Lazarus in his bosom.


And he cried and said, Father Abraham, have mercy on me, and send Lazarus, that he may dip the tip of his finger in water, and cool my tongue; for I am tormented in this flame.


But Abraham said, Son, remember that thou in thy lifetime receivedst thy good things, and likewise Lazarus evil things: but now he is comforted, and thou art tormented.And beside all this, between us and you there is a great gulf fixed: so that they which would pass from hence to you cannot; neither can they pass to us, that would come from thence. Then he said, I pray thee therefore, father, that thou wouldest send him to my father’s house: For I have five brethren; that he may testify unto them, lest they also come into this place of torment. Abraham saith unto him, They have Moses and the prophets; let them hear them. And he said, Nay, father Abraham: but if one went unto them from the dead, they will repent. And he said unto him, If they hear not Moses and the prophets, neither will they be persuaded, though one rose from the dead.“

Luke 16,19-31

Only through an internet search did I find an article by a theologian, that showed me that the story of Lazarus and the rich man has nothing to do with eternal torment in hell. To understand what it is really about, we need to understand the whole context. When we do, we quickly realize that Jesus is not talking about the realm of the dead or hell. He wanted to achieve something completely different. In this article, I would like to pass on to you what the theologian’s text says.

Why did Jesus tell the story of Lazarus and the rich man?

It is important to understand that Jesus‘ preaching was only addressed to Israel (Matthew 15:24-27). This means that he only told his listeners things that they were familiar with. The story of the rich man and Lazarus is based on a rabbinical tradition and was therefore well known in Israel. It is an extra-biblical story and it is not known why it was not included in the Bible. In any case, it would have been useful to better understand the Bible and its context.

Jesus didn’t preach a doctrine of heaven and hell, that would confuse the entire biblical testimony. No biblical prophet ever preached about hell. They spoke of the kingdom of God to be established here on earth, more you can find here. In his preaching, Jesus always refers to the prophets of the Old Testament and calls on us to believe them. He even says, that he didn’t come to change the law (Mt 5:17). Why then do we find nothing about eternal torment in hell? Whichever way you look at it, this story is not a testimony about hell. There are no parallel passages in the entire Bible to which Jesus refers. Neither for the individual statements nor for the whole story.

The context shows, that it is a parable in five parts. The parable in five parts is one big speech by Jesus and must never be split up. Everything belongs to one another. Jesus begins the parable with the words:

„Then drew near unto him all the publicans and sinners for to hear him. And the Pharisees and scribes murmured, saying, This man receiveth sinners, and eateth with them. And he spake this parable unto them, saying, „What man of you“

Luke 15:1-3

What follows is not just one parable, but a whole series, that is intended to speak directly to the listeners. That is why this preaching is also understood as a five-part parable:

  1. the parable of the shepherd and the lost sheep (Luke 15:3-7)
  2. the parable of the widow and the lost drachma (Lk 15:8-10)
  3. the parable of the father and the prodigal son (Lk 15:11-32)
  4. the parable of the rich man and his steward (Luke 16:1-9)
  5. the parable of the rich man and Lazarus (Lk 16:19-31)

The first three parables are intended for the sinners. They are three things that were lost and were all found again. It is intended to show them how God is pleased when they find their way back to Him.

The last two parables are about the Pharisees and scribes. They are the steward in the penultimate parable and the rich man in the parable of Lazarus. The teachers of Israel are rich in many ways and are entrusted with much, but they didn’t take care of their task. This is how they themselves understood Jesus‘ words (Luke 16:14).

These two focus groups are represented in the parables. In the parable of Lazarus and the rich man, Jesus refers to something that was familiar to them.

How do you recognize a parable?

The word parable is only used once in this speech, but if we take a closer look at the other five stories, we can see that they too are parables. The beginnings are similar. The parable of the rich man and the poor Lazarus begins as follows:

“There was a rich man…” (Luke 16:19). This reads like the beginning of a typical fairy tale.

We find similar beginnings of other parables in Lk 16:1 (“There was a certain rich man”), Lk 15:11 (“A certain man had two sons”) or in Lk 14:16 (“A certain man made a gerat supper”), and the first two parables speak of “Which man of you” (Lk 15:4) and “What woman” (Lk 15:8).

It is a figurative story, that is supposed to have a special meaning. The Bible itself confirms that Jesus only spoke to the people in parables (Mt 13:34-35) “All these things Jesus spoke to the crowds in parables, and without a parable he spoke nothing to them, so that what was spoken through the prophet might be fulfilled, saying, ‘I will open my mouth in parables; I will speak what has been hidden from the foundation of the world.’” (Mt 13:35). Why should it be any different in this preaching?

A parable has a true core, doesn’t it?

Whether parable, story or fairy tale, they all have a true core. Otherwise they wouldn’t have come into being. But the question should always be what the meaning of the story is. Parables always refer to real things. A truth is quoted to explain another truth, but the parable is adapted to the purpose of the story. The topic at the center of the story is the focus, not the figurative part of the parable, which is only meant to illustrate a certain aspect of the actual point.

Example:

The parable of the shepherd and the hundred sheep is about God being happy about every lost soul that finds its way back to him. It is not about a particular shepherd who had a hundred sheep and lost one. But everyone understands how happy a shepherd is, when he finds a lost sheep. A parable is not a report, but serves to underline the core of a statement. The reference to the truth is present, but the use in the parable is adapted to the purpose of the subject. This is the case with the rich man and Lazarus.

A parable can also talk about fictional things. For example, the parable of Jotham in Judges 9 tells of talking trees (Jdg 9:7-15). The parable is powerful, but it is not accurate information about the plant world, rather it was meant to open people’s eyes about their king Abimelech. Similarly, the parable of the rich man and Lazarus is not a teaching about the realm of the dead. The content serves a completely different purpose, which is clear from the context. It is a story that the rabbis tell about themselves. They believe they are rich, because they are children of Abraham. Jesus turns their story around by saying that the lost sit in Abraham’s bosom and the self-righteous do not. Translated, this means that God takes care of the lost and lifts them up, but he humiliates the self-righteous, whose task it would have been to take care of the lost. Because their pride and arrogance are largely to blame for the suffering of the lost. Unfortunately, we can still see this phenomenon today …

Jesus often criticizes the injustices perpetrated by the rabbis in Israel in his preaching:

“Then Jesus spoke to the crowd and to his disciples, saying, ‘The scribes and Pharisees have sat down on Moses’ seat. Whatever therefore they tell you to observe, observe and do; but don’t do according to their works, for they say it but don’t do it. They bind heavy and unbearable burdens and lay them on people’s shoulders, but they won’t touch them with a finger. But they do all their works in order to be seen by people. For they make their prayer belts wide and the hems of their robes large, and they love the highest place at meals and the first seats in the synagogues and the greetings in the markets, and when people call them “Rabbi, Rabbi”. But you shall not be called Rabbi, because one is your Master, the Christ; but you are all brothers. Nor call anyone on earth father, because your Father is in heaven. Nor should you allow yourselves to be called masters, because one is your Master, the Christ. But let the greatest among you be your servant. But whoever exalts himself will be humbled, and whoever humbles himself will be exalted. But woe to you, scribes and Pharisees, you hypocrites, for closing up the kingdom of heaven from people! You yourselves will not enter, and those who want to enter you will not let in. Woe to you, scribes and Pharisees, you hypocrites, for eating up widows‘ houses and praying for a long time in pretense. Therefore you will receive a heavier judgment!”

Mt 23,1

„And when thou prayest, thou shalt not be as the hypocrites are: for they love to pray standing in the synagogues and in the corners of the streets, that they may be seen of men. Verily I say unto you, They have their reward.“ (Mt 6,5).

The story of the rich man and Lazarus is a parable. If it were a story from the realm of the dead, some things would be very paradoxical and would speak against the justice of God. If we take it literally, then the rich man only enters the flames, because he was rich, and Lazarus only enters Abraham’s bosom, because he was poor:

But Abraham said, Son, remember that thou in thy lifetime receivedst thy good things, and likewise Lazarus evil things: but now he is comforted, and thou art tormented. (Lk 16,25)

It would even be in contradiction to the self-imposed rules of a teaching on heaven and hell, that only judges according to belief or unbelief. Nevertheless, this parable must also have a true core to which Jesus refers. So the question is: what is Jesus referring to?

  • The context shows us that Jesus was speaking to sinners and Pharisees. (Luke 15:1-2; Luke 16:1)
  • The parable of Lazarus and the old man is a response to the grumbling of the Pharisees and scribes (Luke 15:2)
  • This is followed by Jesus‘ remark that they justify themselves, and he tells the parable of Lazarus and the rich man (Lk 16:14-15)

What was the purpose of the parable?

Jesus wanted to proclaim to the Israelites the salvation of the lost sheep who had come to him as “sinners” “to hear him”. Luke 15:1-7

It is Jesus‘ ministry on earth, before the cross, to the lost sheep of the house of Israel, to confirm the promises to Israel John 10:3. It is to show the Pharisees and scribes that their arrogance won’t be rewarded.

But in Luke 16:23, the word hell is mentioned literally

The Greek word for the realm of the dead or the afterlife is “Hades”. Luther translated it as hell. The Elberfelder uses “Hades” at this point and the Schlachter 2000 uses “kingdom of the dead” here. The concordant New Testament (this Bible is closest to the basic text) uses the word “in the unseen”.

The parable of the rich man and Lazarus is a story from the tradition of the Pharisees. They sat in “Moses‘ throne” and gave themselves the best places. They saw themselves as being “in Abraham’s bosom” because of their status and left all the other people (like Lazarus) to their hard fate, even though they could have helped them. Jesus simply turns this story around. Elsewhere he says: “The sinners and the prostitutes will enter the kingdom of God sooner than you! For John came to you with the way of righteousness, and you didn’t believe him. But the sinners and the prostitutes believed him” (Mt 21:31-32).

Parts of this rabbinical story, as quoted by Jesus in Luke 16, can be found in the treatise by Flavius Josephus (a Jewish-Hellenistic historian). He deals with the Jewish concept of the world of the dead (Hades in Greek). It is clear from his treatise that it is a rabbinical story. It influenced the Pharisees‘ attitude to life and self-assessment.

“Who are not compelled by necessity, but rejoice always in the prospect of the good they see, and rejoice in the expectation of those new joys which will be peculiar to each one of them, and which we cherish beyond what we have here; With them there is no place of toil, no burning heat, no piercing cold, nor are there any thorns there; but the countenance of the fathers and of the righteous which they see is always smiling upon them, while they wait for the rest and the eternal new life in heaven which is to follow this region. This place we call the bosom of Abraham.”

Taken from the treatise by Flavius Josephus, third point of the list

But everything mentioned there is not written in the Bible or transmitted by the prophets. In the Torah (the Old Testament) there are no reports about the realm of the dead, no one really knows what it is like there, because there is silence (Ps 31:18, Isa 38:18-19). These are fanciful tales found in the tradition of the scribes. Jesus refers to the self-images of the scribes and Pharisees, not to the realm of the dead.

A doctrine about an eternal hell cannot therefore be derived from this story. Interpreted literally, this story is not about “life through faith”, because faith is not an issue in the story. It is quite enough to “be rich” to be damned or “be poor” to end up in Abraham’s bosom. The story has nothing to do with the gospel of grace, from which we can benefit today. It is only really understandable from the direct context. Jesus addressed his listeners very directly about injustice and their self-righteousness.

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