Honig für empfindliche Haut und mehr

HELFENDE ENGEL


Der helfende Engel – Honig für empfindliche Haut und mehr

Von Michaya Angel · 24. Februar 2020 · ca. 10 Min. Lesezeit


Altes Hausmittel neu entdecken.
Haut und Hals sanft begleiten.
Natürlich pflegen – ohne Wunderversprechen.


Darum geht es in diesem Text

  • Honig
  • empfindliche Haut
  • Hautpflege
  • Hausmittel
  • Honigmaske
  • Husten
  • Hals
  • warme Milch
  • Zimt
  • Haare
  • Kakao
  • natürliche Pflege

Manchmal sind es gerade die einfachen Dinge, die uns im Alltag überraschen.
Bei mir war es Honig. Während einer Zeit, in der meine Haut besonders empfindlich war,
hatte ich immer wieder mit Trockenheit, Brennen und Rötungen zu kämpfen.
Vor allem im Winter, wenn die Heizungsluft alles noch trockener machte, fühlte sich meine Haut schnell gereizt an.

Auch psychischer Stress spielte damals vermutlich eine Rolle.
Ich probierte verschiedene Pflegeprodukte aus und bekam unterschiedliche Erklärungen dafür, was mit meiner Haut los sein könnte.

Irgendwann stieß ich auf Honig und weil die Anwendung so unkompliziert war,
probierte ich ihn einfach als Maske aus. Seitdem greife ich immer wieder gern zu Honig zurück.
Für mich ist er eines dieser einfachen Hausmittel, die sich wohltuend in den Alltag integrieren lassen
und besonders bei empfindlicher Haut angenehm sein können.


Warum ist Honig für die Haut überhaupt interessant?

Honig wird seit Jahrhunderten äußerlich verwendet und tatsächlich besitzt Honig Eigenschaften,
die ihn für die Hautpflege interessant machen. Er hat eine hohe Zuckerkonzentration, einen niedrigen pH-Wert
und enthält verschiedene bioaktive Stoffe. Bestimmte Honigsorten zeigen antibakterielle
und entzündungshemmende Eigenschaften. In der modernen Wundversorgung wird deshalb teilweise speziell
aufbereiteter medizinischer Honig eingesetzt.

Wichtig ist aber:
Medizinischer Honig ist nicht dasselbe wie Honig aus dem Frühstücksglas.

Wenn es um offene Wunden, Verbrennungen oder entzündete Hautstellen geht, würde ich deshalb nicht einfach gewöhnlichen Honig auftragen.
Für eine kosmetische Gesichtsmaske auf intakter Haut kann Honig dagegen eine angenehme Pflege sein, sofern du ihn verträgst.

Honig kann pflegen – aber er ersetzt keine Behandlung



Bei trockener oder gespannter Haut kann Honig angenehm sein.
Bei offenen Wunden, starken Entzündungen, nässenden Ekzemen oder unklaren Hautveränderungen solltest du die Ursache jedoch ärztlich abklären.



Hausmittel dürfen begleiten. Sie müssen nicht alles heilen.


Meine einfache Honigmaske

Meine einfachste Variante besteht tatsächlich nur aus einer Zutat:

Honig.

Ich verteile eine dünne Schicht auf der gereinigten Haut und lasse sie ungefähr 10 bis 20 Minuten einwirken.
Danach spüle ich sie mit lauwarmem Wasser ab.

Ich habe sie zeitweise täglich angewendet. Schau aber am besten, wie deine Haut damit zurechtkommt.
Wenn du Honig noch nie auf der Haut verwendet hast, teste zunächst eine kleine Stelle.
Bei Brennen, Jucken oder stärkerer Rötung solltest du die Anwendung abbrechen.


Zimt und Honig gegen Pickel?

Wenn du die Kombination aus Honig und Zimt ausprobieren möchtest, würde ich sie nur sehr sparsam anwenden.
Zimt enthält unter anderem Cinnamaldehyd. Dieser Stoff kann die Haut reizen und bei
empfindlichen Menschen sogar eine Kontaktdermatitis auslösen.

Falls du die Honig-Zimtmaske ausprobieren willst:

Vermische dafür etwa 2 EL flüssigen Honig mit einer kleinen Prise Zimt, bis eine gleichmäßige Paste entsteht.
Reinige dein Gesicht vorher gründlich und trage die Mischung am besten zunächst nur punktuell auf einzelne Hautstellen auf.
Lass sie etwa 5 bis 10 Minuten einwirken und spüle sie anschließend mit lauwarmem Wasser ab.

Wichtig ist, dass du deine Haut dabei genau beobachtest. Wenn du sie zum ersten Mal verwendest,
teste sie am besten vorher an einer kleinen Hautstelle. Bei Brennen, starkem Jucken oder
deutlicher Rötung solltest du sie sofort abwaschen.

Weniger ist hier wirklich mehr.

Honig-Ei-Maske für die Haare

Auch für die Haare lässt sich Honig verwenden.
Eine einfache Variante besteht aus:

1 Ei
1 TL flüssigem Honig
und etwas Wasser oder einem kleinen Schuss Zitronensaft.

Die Mischung wird ins feuchte Haar gegeben und etwa 10 bis 15 Minuten einwirken gelassen.
Danach gründlich mit lauwarmem, nicht heißem Wasser ausspülen, sonst wird aus der Haarmaske
tatsächlich schneller Rührei, als einem lieb ist.

Bei sehr trockener oder empfindlicher Kopfhaut würde ich Zitronensaft allerdings weglassen, da Säure zusätzlich reizen kann.
Honig kann hier vor allem als feuchtigkeitsspendender Bestandteil interessant sein.

Das Video ist schon etwas älter, deswegen passt es nicht ganz zu meinem heutigen Stil, aber so habe ich die Maske angerührt


Kakao-Honig-Maske für einen kleinen Spa-Moment

Eine meiner liebsten Varianten ist eine einfache Kakao-Honig-Maske.
Ich empfinde sie besonders bei trockener oder gespannter Haut als angenehm und erfrischend.

Du brauchst:

½ TL Honig
2 TL Kakaopulver (am besten stark entölt und entsüßt)
1 TL Naturjoghurt

Bei sehr trockener Haut kannst du statt Joghurt auch wenige Tropfen eines gut verträglichen Öls verwenden.
Alles miteinander verrühren, dünn auftragen und etwa 10 bis 15 Minuten einwirken lassen.
Danach mit lauwarmem Wasser abspülen. Für ein sehr sanftes Peeling kannst du etwas
fein gemahlene Haferflocken hinzufügen.

Dabei gilt:
Nicht kräftig rubbeln.

Empfindliche Haut braucht keine Gewalt, um sauber zu werden.

Das Video ist schon etwas älter, deswegen passt es nicht ganz zu meinem heutigen Stil, aber so habe ich die Maske angerührt


Warme Milch mit Honig bei Husten und Halsschmerzen

Warme Milch mit Honig kennen wahrscheinlich viele noch aus ihrer Kindheit und ganz
ohne Grund hat sich dieses Hausmittel nicht so lange gehalten.
Warme Flüssigkeit kann sich bei einem trockenen und gereizten Hals angenehm anfühlen.
Milch besitzt dabei eine cremige Konsistenz, die Mund und Rachen vorübergehend etwas „weicher“ erscheinen lassen kann.

Die weit verbreitete Sorge, Milch würde bei einer Erkältung automatisch die Atemwege stärker verschleimen,
gilt dagegen als nicht gut belegt. Untersuchungen zeigen, dass Milchkonsum nicht zu einer messbar erhöhten
Schleimproduktion in den Atemwegen führen muss. Das etwas dickere Gefühl im Mund entsteht wahrscheinlich eher dadurch,
dass sich Milch mit dem Speichel vermischt. Wenn dir Milch bei trockenem Hals angenehm ist,
musst du deshalb nicht grundsätzlich darauf verzichten.

Honig kann Husten beruhigen

Honig gehört zu den wenigen klassischen Hausmitteln gegen Husten, für die es tatsächlich wissenschaftliche Hinweise gibt.
Studien mit Kindern zeigen, dass Honig akuten Husten lindern und besonders nachts die Beschwerden verringern kann.
Die Datenlage ist nicht perfekt, aber insgesamt spricht einiges für einen beruhigenden Effekt.

Du kannst beispielsweise einen Teelöffel Honig langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Oder du gibst ihn in:

warme Milch, Tee oder ein anderes lauwarmes Getränk.

Gerade bei einem trockenen, kratzigen Hals finde ich diese einfache Anwendung sehr angenehm.
Ich rühre den Honig am liebsten erst ein, wenn das Getränk etwas abgekühlt ist.

Honig bei Husten



Ein Teelöffel Honig kann einen gereizten Hals beruhigen und nächtlichen Husten lindern.

Aber:
Kein Honig für Babys unter einem Jahr.

Bei Atemnot, hohem Fieber, starken Schmerzen oder länger anhaltendem Husten sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.


Warme Milch mit Honig am Abend

Milch enthält unter anderem die Aminosäure Tryptophan. Tryptophan wird im Körper für die Bildung
von Serotonin benötigt, aus dem wiederum Melatonin entstehen kann – ein Hormon,
das an unserem Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist. Deshalb wird warme Milch gerne
mit dem Einschlafen in Verbindung gebracht. Tatsächlich gibt es Studien, die einen möglichen positiven Zusammenhang
zwischen Milch beziehungsweise Milchprodukten und Schlafqualität zeigen.
Die Ergebnisse sind allerdings nicht in allen Untersuchungen gleich eindeutig.

Ich würde warme Milch mit Honig deshalb nicht als natürliches Schlafmittel bezeichnen.
Aber als Abendritual kann sie durchaus wohltuend sein. Vielleicht liegt ein Teil
der Wirkung auch darin, dass wir uns bewusst Zeit nehmen:

etwas Warmes trinken,
langsamer werden,
das Licht dimmen und dem Körper signalisieren:

Der Tag ist vorbei.


Goldene Milch mit Kurkuma, Ingwer und Honig

Wenn du warme Milch etwas würziger magst, kannst du daraus eine sogenannte
Goldene Milch oder Kurkuma-Latte machen. Kurkuma enthält den Pflanzenstoff Curcumin,
der wegen seiner entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften intensiv erforscht wird.
Auch Ingwer und Zimt enthalten interessante Pflanzenstoffe.

Ich würde daraus allerdings nicht ableiten, dass eine einzelne Tasse Goldene Milch
den Körper „entgiftet“, Krankheiten verhindert oder den Alterungsprozess stoppt.
Trotzdem kann die Kombination aus Kurkuma, Ingwer, Zimt und Honig ein wunderbar wärmendes Getränk sein.

Zutaten für eine Tasse

1 Tasse Kuhmilch oder eine pflanzliche Alternative
1 TL Kurkuma
½ TL Zimt
etwa 1 cm frischer Ingwer, fein gerieben
1 TL Honig

Zubereitung

  • Milch, Kurkuma, Zimt und Ingwer langsam in einem Topf erhitzen.
  • Sobald die Milch heiß ist, den Topf vom Herd nehmen und das Getränk einige Minuten ziehen lassen.
  • Den Honig würde ich erst einrühren, wenn die Milch etwas abgekühlt ist.
  • Dann einfach warm genießen.

Für mich ist die Goldene Milch ein kleines Ritual:
warm, würzig, beruhigend – und gerade an kalten Tagen ziemlich gemütlich.

Wann Honig nicht ausreicht

So sehr ich einfache Hausmittel mag:
Nicht jedes Hautproblem gehört in die Küche.

Wenn du über längere Zeit unter:

starken Rötungen,
nässenden Stellen,
offenen Hautstellen,
wiederkehrenden Entzündungen,
starkem Juckreiz oder Schmerzen

leidest, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.
Das Gleiche gilt für länger anhaltenden oder ungewöhnlich starken Husten.

Honig kann unterstützen. Aber er sollte nicht dazu führen,
dass eine notwendige Diagnose immer weiter hinausgezögert wird.


Mein Fazit

Honig kann angenehm auf der Haut sein.
Er kann einen kratzigen Hals beruhigen.
Er kann Teil eines warmen Abendgetränks sein.

Bestimmte Formen von medizinischem Honig haben sogar einen festen Platz in der modernen Wundversorgung.
Gleichzeitig lässt sich nicht jede Wirkung aus alten Hausmittelbüchern wissenschaftlich bestätigen.
Und nicht jede Haut reagiert gleich auf natürliche Zutaten.

Vielleicht ist die beste Haltung deshalb weder blinder Glaube noch pauschale Ablehnung.
Sondern:

ausprobieren, beobachten, hinterfragen – und dem eigenen Körper zuhören.

Honig darf ein kleiner helfender Engel sein.
Manchmal liegt gerade in den einfachen Dingen etwas besonders Wohltuendes.

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